Projektinitiative Societal Health
Sozialer Teppich
Absicht
Unser Ziel ist es, auf einfache Weise RĂ€ume und Anreize zu schaffen, in denen neue Beziehungen entstehen und ein «Vertrauensteppich» wachsen kann â als Grundlage fĂŒr Zugang, Sicherheit, Wohlbefinden und Gesundheit.
Statt auf weitere Professionalisierung setzen wir auf die StĂ€rkung lebendiger Beziehungsnetze. Â
«Dazu wollen wir Barrieren ĂŒberwinden und alte Muster durchbrechen.»
Gemeinschaft und Gesundheit
Soziale Gesundheit bezeichnet die Möglichkeit und FĂ€higkeit eines Menschen, tragfĂ€hige Beziehungen zu gestalten, Teil einer Gemeinschaft zu sein und sich sozial eingebunden und unterstĂŒtzt zu fĂŒhlen.
Auf Versorgungsebene bildet die soziale Gesundheit eine BrĂŒcke zwischen Sozialwesen und Gesundheitswesen. Ziele des Gesundheitswesen sind Heilung, PrĂ€vention, und körperlich-psychisches Wohlbefinden. Das Sozialwesen zielt auf soziale StabilitĂ€t, Teilhabe, Integration und UnterstĂŒtzung in Krisen. Soziale Gesundheit verbindet beide Bereiche, weil sie zeigt, dass Gesundheit ohne soziale Einbindung nicht vollstĂ€ndig ist.
Ein Patient wird nach einer Operation medizinisch geheilt, aber wenn er zu Hause vereinsamt oder keine soziale UnterstĂŒtzung hat, bleibt seine Gesundheit gefĂ€hrdet. Hier greifen Nachbarschaft, Soziale Arbeit und Gesundheitswesen ineinander.
Individuum, Gemeinschaft und Gesellschaft
Gesundheit hat verschiedene Dimensionen:
Persönliche Gesundheit: Körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden einer einzelnen Person
Beispiele: Gesunde ErnĂ€hrung, Bewegung, SelbstfĂŒrsorge, StressbewĂ€ltigung
Gemeinschaft: Beziehungen, Teilhabe und Teilgabe, UnterstĂŒtzung, gemeinsames Gesundheitsverhalten, Kultur.
Beispiele: Austausch, gemeinsame AktivitÀten, Tanzgruppe, GemeinschaftsgÀrten
Gesellschaft: Struktur (Politik, Rahmenbedingungen, Gesetze, Versicherungen, FĂŒrsorge)
Eine gesunde Gesellschaft im Sinne von Societal Health (Gesellschaftliche Gesundheit) braucht nebst einem guten und fĂŒr alle zugĂ€nglichen Gesundheitssystem und ausgleichenden Strukturen auch ein gesundes Miteinander, ein kollektives Wohlbefinden, Austausch, Toleranz, gesunde LebensrĂ€ume und einen starken sozialen Teppich.
Ausgangslage
Das Projekt sozialer Teppich reagiert auf folgende kulturelle Entwicklungen:
- zunehmende Individualisierung der Gesellschaft
- VernachlÀssigung der Wir-Werte
- Gefahr von Vereinsamung.
Zunahme der sozialen Isolation
In der Schweiz nimmt soziale Isolation trotz digitaler Vernetzung zu. Viele Menschen fĂŒhlen sich einsam, finden in Krisen wenig UnterstĂŒtzung und erleben im Wohnumfeld mangelnde NĂ€he. Forschung zeigt zudem, dass Einsamkeit das Risiko fĂŒr zahlreiche körperliche und psychische Erkrankungen erhöht.
Das Pilotprojekt Portier Basel hat verdeutlicht, wie schwierig es ist, isolierte Personen in das Quartierleben einzubinden. Eine grosse HĂŒrde ist, dass wir oft nicht wissen, wie wir auf Menschen zugehen sollen. Gleichzeitig wĂ€chst in der Gesundheitsversorgung das Bewusstsein fĂŒr die Bedeutung sozialer Einbindung.
SymptombekÀmpfung und drohender Verlust der Sinnhaftigkeit in der Gesundheitsversorgung
Viele, die einen Beruf in der Betreuung oder medizinischen Versorgung wĂ€hlen, suchen darin eine tiefere Sinnhaftigkeit â einen âPurpose». Sie möchten anderen helfen, fĂŒr Mitmenschen da sein und Gutes tun. Oft aber sind ihnen in der Praxis die HĂ€nde gebunden. Im Arbeitsalltag werden oft Symptome abgearbeitet im Wissen, dass die Ursachen damit nicht beseitigt werden.
Stimmen zum Projekt
«Das Projekt
ist nicht das Mehl,
sondern die Hefe
im Teig.»
«Aktive haben auch
EinschrÀnkungen
und Fragile ihre
Potentiale.»
«Es geht nicht darum, Neues zu erfinden â sondern zu entdecken und zu feiern, was uns als Menschen ausmacht: unsere tiefe soziale Verbindung.»
«Wenn wir uns bewusst werden, dass wir alle eine BrĂŒcke sind, die Menschen im Quartier verbindet und ĂŒber welche Informationen in beide Richtungen fliessen und so alle erreichen können, haben wir schon viel erreicht.»
Projektdetails fĂŒr Interessierte
Ziele und Wirkung
Schaffung von Beziehungsnetzen
Wir wollen reagieren â nicht mit einer weiteren Professionalisierung, sondern mit der Schaffung von Beziehungsnetzen.âšâš
Wir sind ĂŒberzeugt: Eine bessere soziale Einbindung fĂŒhrt zu höherer LebensqualitĂ€t und kann Spitalaufenthalte und Pflegebedarf wesentlich reduzieren.âš
Mit der Projektinitiative Societal Health wollen wir gemeinsam lernen, wie die FĂ€higkeit, Beziehungsnetze zu knĂŒpfen, besser sichtbar gemacht und gefördert werden kann â sowohl analog als auch digital. Damit schaffen wir einen prĂ€ventiven Ansatz fĂŒr eine gesĂŒndere und resilientere Gemeinschaft.
âšZudem wollen wir gemeinsam herausfinden, wie Profis im Gesundheitswesen im organisationsĂŒbergreifenden Austausch und mit Quartiernetzwerken einen ganzheitlicheren Ansatz verfolgen und zu ihrem Purpose zurĂŒckfinden können.
Output
 (konkrete Ergebnisse des Projekts)
- Aufbau eines nachhaltigen UnterstĂŒtzungssystems fĂŒr Menschen, die BrĂŒcken bauen und am sozialen Teppich hĂ€keln
- Sichtbarmachen, wertschÀtzen und stÀrken bestehender sozialer Kompetenzen und Engagements (Dokumentation Portraits, Geschichten, Erkenntnisse)
- Entwicklung eines ĂŒbertragbaren Ansatzes mit klaren QualitĂ€tskriterien fĂŒr erfolgreiche soziale Vernetzung
Outcome
(VerÀnderungen auf Ebene der Zielgruppen / im Quartier)
- Mehr natĂŒrlicher Austausch und Begegnung zwischen Menschen
- Entstehung tragfÀhiger Beziehungsnetze
- StÀrkere Verbindung zwischen professioneller Versorgung und informellen Nachbarschaftsnetzwerken
Impact
(gesellschaftliche Wirkung, langfristig)
- Verbesserung der gesellschaftlichen Gesundheit durch stÀrkere soziale Einbindung
- Höhere gefĂŒhlte LebensqualitĂ€t und reduzierte soziale Isolation
- Entlastung des Gesundheitssystems, insbesondere bei chronischen Belastungen
Ansatz
Der soziale Teppich
Unser Leben wird reicher, wenn wir mit möglichst unterschiedlichen Menschen in Kontakt stehen. Schon kleine Gesten wie ein Winken, ein kurzes Nachfragen oder ein TĂŒr-und-AngelÂgesprĂ€ch tragen spĂŒrbar zu unserem Wohlbefinden bei. Solche Begegnungen ergĂ€nzen enge Beziehungen, verhindern das Auseinanderdriften und stĂ€rken das Miteinander im Quartier.
Wir alle gehören zur Zielgruppe des âsozialen Teppichsâ â unabhĂ€ngig davon, ob wir uns bereits gut eingebunden fĂŒhlen oder nicht.
Wir wollen die Arbeit der Personen, die auf ihre Weise am sozialen Teppich hĂ€keln, sichtbar machen đ, wertschĂ€tzen â€ïž und gemeinsam mit ihnen lernen đ.
Wie kann das Projekt brĂŒckenbauende und vernetzende Personen unterstĂŒtzen?
Kann ich etwas falsch machen? Könnte es zuviel werden? Wer weiss das? Wer kann weiterhelfen? Wie könnte die Vernetzung untereinander aussehen â auch ĂŒber Sprach- und Kulturgrenzen hinaus? Was bewĂ€hrt sich? Was braucht es, dass mehr Menschen, die in diese Rollen hineinwachsen wollen, dies auch tun können?
Diesen und weiteren Fragen gehen wir auf die Spur.
Wir wollen gemeinÂsam herausÂfinden, was es zum erfolgÂreichen BrĂŒckenbauen und sozialen Teppich hĂ€keln alles braucht.
Das Projektteam auf einer Quartierbegehung in Basel. Von links: Iris Lenardic, drei BrĂŒckenbauerinnen, Tobias Meyer, Sam Schneider, Nosheen Tariq, Claudia ÂLötscher. Nicht im Bild: Uta Leatherbarrow
Prinzipien
Wir bringen uns dort ein, wo es gut tut
⊠sind neugierig, offen und aufmerksam
⊠zeigen uns zugÀnglich und sichtbar
⊠sehen HĂŒrden als Chancen
⊠fragen nach, wenn wir uns Sorgen machen
⊠lieben kleine Gesten, die auch uns selbst Freude bereiten
⊠knĂŒpfen Verbindungen
⊠respektieren ein âNeinâ, wenn jemand nicht will
⊠verstehen das Auf und Ab als Teil des Lebens
⊠schaffen Vertrauen
⊠verurteilen nicht und bleiben gleichzeitig unseren Werten treu
⊠sind nicht perfekt
⊠achten auf unsere Grenzen
Wir sind unersetzlich.
Die Prinzipien sind evolutiv. Gerne nehmen wir Input oder VerbesserungsvorschlÀge entgegen.
Methodik
So sind wir unterwegs
- Hybrider Ansatz: Kombination von analoger Vernetzung vor Ort und digitaler Plattform
- Partizipatives Lernen gemeinsam mit allen Beteiligten
- Dokumentation erfolgreicher Praktiken zur Ăbertragung auf andere Quartiere und Gemeinden
- Schulungskonzept fĂŒr das Bauen von BrĂŒcken und das HĂ€keln am sozialen Teppich
- Evaluation zur Messung der Wirksamkeit des Ansatzes
Analog und digital
Verbindung schaffen â auch auf Distanz
Im Projekt Portier Basel wurden wichtige digitale Grundlagen erarbeitet fĂŒr die Kommunikation von engagierten Personen im Quartiernetzwerk untereinander und die Bekanntmachung in den Quartieren.
Diese Grundlagen ermöglichen ein Projekt, das nicht an einen Ort gebunden ist. Die Beteiligten, die BrĂŒcken bauen und am sozialen Teppich hĂ€keln, können je in ihrem Umfeld aktiv sein â unabhĂ€ngig vom Ort.
Auf diesen einfachen Grundlagen wollen wir aufbauen und ein harmonisches Zusammenspiel von analog und digital erarbeiten. Dabei wollen wir möglichst vermeiden, dass es zu «MedienbrĂŒchen» kommt. Vielmehr soll versucht werden, die Tools, die schon verwendet werden, einzubinden.
Projektphasen
Das Projekt ist auf mindestens 7 Jahre ausgelegt.
Aufbau und Lernen
- Rekrutierung von Personen, die schon BrĂŒcken bauen und am sozialen Teppich hĂ€keln oder in diese Rollen hineinwachsen wollen
- Beobachtung und Dokumentation ihrer AktivitÀten
- Förderung des Austauschs unter den Beteiligten
- Einbettung in ein Netzwerk von Organisationen und Fachpersonen
- Sensibilisierung der Ăffentlichkeit fĂŒr die Bedeutung dieser Rolle
Umsetzung und Evaluation
- Erprobung des entwickelten Modells in verschiedenen Regionen
- Evaluation der Wirksamkeit hinsichtlich gesellschaftlicher Gesundheit
- Anpassung und Skalierung des Modells basierend auf den Erkenntnissen
Projektstruktur
Koordination ("Backbone")
Leitung: Stiftung Bonjour und Kernteam
Zentrale Aufgaben:
- Koordination des Gesamtprojekts
- Bereitstellung technischer Infrastruktur
- Wissenschaftliche Begleitung
- Dokumentation und Kommunikation
- Organisation von Austauschformaten (z.âŻB. Denklunches, digitale Plattform, Jahresevent)
- Evaluation ab dem vierten Jahr
Regionale Teilprojekte
Organisation: Lokale Organisationen und Personen
Zentrale Aufgaben:
- Rekrutierung von Personen, die BrĂŒcken bauen und am sozialen Teppich hĂ€keln
- Ansprechperson vor Ort
- Lokale Projektleitung und Community Management
- Lokales Fundraising
Mitmachen
Personen, Regionen, Organisationen, Quartiervereine, Caring Communities etc. sind herzlich eingeladen mitzumachen.
Wir sind offen fĂŒr eure Ideen!
Am sozialen Teppich hÀkeln
Privatpersonen oder Profis aus Gesundheitswesen, Sozialer Arbeit, Kleingewerbe oder Kultur, die BrĂŒcken bauen oder am sozialen Teppich hĂ€keln wollen oder dies schon tun, sind der Kern dieses Projekts.
Wir bedanken uns fĂŒr euer wertvolles Engagement und freuen uns, von euch zu hören! Deutsch ist keine Anforderung. Auch da werden wir versuchen, BrĂŒcken zu bauen.
Mitmachen im Sounding Board
Informiert bleiben und mitdenken ohne viel Aufwand.
Mitglieder des Sounding Boards werden per Email ĂŒber Neuigkeiten zum Projekt informiert und sind eingeladen, am Dialog teilzunehmen und ihre Blickwinkel, Kontakte und Ideen einzubringen.
Mitglieder des Sounding Boards werden auf der Webseite aufgefĂŒhrt.
Mitmachen als Teilprojekt
Interessierte Personen, Gemeinden, Vereine, Caring Communities oder Organisationen sind eingeladen ein Teilprojekt zu formen oder sich bei einem bestehenden anzuschliessen. Wir sind sehr offen fĂŒr kreative Ideen des Aufeinanderzugehens.
(Was ist eine regionales Teilprojekt? Siehe dazu âProjektstrukturâ weiter oben).
Â
âšâšGebiet: Schweiz oder darĂŒber hinaus.
Mitmachen als Sponsor
- Finanzierung regionaler Teilprojekte â gezielt lokale Initiativen stĂ€rken
- Netzwerkbildung / âCorporate Volunteeringâ â mithelfen engagierte Personen zu gewinnen und das eigene Netzwerk erweitern. Firmen können ihren Mitarbeitenden erlauben mitzuhĂ€keln.
- Sichtbare WertschĂ€tzung â motivierende Anerkennung stiften (z.B. Einkaufsgutscheine) fĂŒr Menschen, die am sozialen Teppich hĂ€keln
ProjektĂŒbersicht
Projektorganisation / Kontakt:
Societal Health ist eine gesamtschweizerische Projektinitiative, angestossen durch die Stiftung Bonjour, Spitex Basel und UniversitĂ€re Altersmedizin Felix Platter. Weitere Organisationen, Caring Communities, Gemeinden etc. dĂŒrfen uns gerne kontaktieren.
Partner
Tobias Meyer, Altersmedizin FELIX PLATTER
Nosheen Tariq, ehrenamtlich
Claudia Lötscher, SPITEX BASEL
Uta Leatherbarrow, Rotes Kreuz Basel
Carlo Knöpfel, Hochschule fĂŒr Soziale Arbeit FHNW
Nadja Hecht, Kontaktstelle Alter Emmen
Sam Schneider, Stiftung Bonjour
Barbara Steiger, Ălterwerden im Fricktal
Isabel Pfister, Ălterwerden im Fricktal
Stefan SchĂŒtz, SPITEX BASEL
Daniel Holler, Rotes Kreuz Basel
Petra Nellestein, Sozialregion Dorneck
Ausgangslage
Formelle Versorgung und informelle Quartiernetze
Das Projekt Societal Health baut auf Potentialen auf, welche die beteiligten Organisationen im Projekt Portier Basel auf der Schnittstelle zwischen formeller Versorgung/Betreuung und Quartierleben erkannt haben.Â
Einbindung
Im Projekt Portier Basel haben wir gelernt, wie schwierig es ist, an sozial isolierte oder auf sich allein gestellte Personen heranzukommen oder sie in ein aktives Quartierleben einzufĂŒhren.Â
Auf der anderen Seite sehen Organisationen wie die Spitex oft den Bedarf fĂŒr mehr Einbindung im Quartier.Â
Damit das Potential auf der Schnittstelle zwischen formeller Versorgung/Betreuung und Nachbarschaften ausgeschöpft werden kann, gilt es gemeinsam zu experimentieren, Vertrauen zu Menschen aufzubauen und Rollen zu klÀren.
In Beziehung sein statt Symptome bekÀmpfen
Wir sind ĂŒberzeugt, dass eine bessere soziale Einbindung und mehr Miteinander im Quartier zu weniger Spitalaufenthalten und Pflegebedarf fĂŒhren. Im diesen Sinn sehen wir die Projektinitiative Societal Health als einen prĂ€ventiven Ansatz fĂŒr eine gesĂŒndere und resilientere Gemeinschaft.
Gemeinsam wollen wir einen Schritt zurĂŒck machen und herausfinden, wie wir den sozialen Teppich in den Quartieren engmaschiger machen oder da wo nötig flicken können.
ZurĂŒck zur Sinnhaftigkeit
Viele, die sich fĂŒr einen Beruf in der Betreuung oder medizinischen Versorgung entscheiden, suchen darin auch Sinnhaftigkeit, oder einen âPurposeâ, wie anderen helfen, fĂŒr Mitmenschen da sein oder Gutes tun. Oft aber sind ihnen in der Praxis die HĂ€nde gebunden. Im Arbeitsalltag werden oft Symptome abgearbeitet im Wissen, dass die Ursachen damit nicht beseitigt werden.
Wir wollen gemeinsam herausfinden, wie Profis im organisationsĂŒbergreifenden Austausch und mit Quartiernetzwerken einen ganzheitlicheren Ansatz verfolgen und zu ihrem Purpose zurĂŒckfinden können.
Der Zusammenhang zwischen Einsamkeit und Gesundheit
Wissenschaftler haben soziale Isolation und gefĂŒhlte Einsamkeit mit einer Vielfalt von physischen und psychischen Krankheiten in Verbindung gebracht. Dazu gehören erhöhtes Risiko fĂŒr Herzkrankheiten, Demenz, Schlaganfall, AngstzustĂ€nde oder Depressionen. Im Gegensatz dazu ist eine verbesserte soziale Einbindung mit einer lĂ€ngeren Lebenserwartung und einem besseren sozialen, emotionalen und körperlichen Wohlbefinden verbunden.Â
Projektmotivation
Was uns antreibt
«Beziehungen knĂŒpfen und Vertrauen schaffen»
Viele von uns haben MĂŒhe, schwierige Situationen anzusprechen oder diese auszuhalten. Dadurch können Beziehungsnetze wegfallen und Hilfsstrukturen nicht greifen. Trotz grosser Anstrengungen von Organisationen und Einzelpersonen wird keine wesentliche Verbesserung der gesellschaftlichen Gesundheit und Integration erreicht.
Unser Ziel ist es, unkompliziert Raum und Anreize zu schaffen, damit mehr Beziehungen geknĂŒpft und ein «Vertrauensteppich» gebildet werden kann. Auf dieser Grundlage sollen alle  Zugang zur Gemeinschaft sowie mehr Selbstbestimmung und Lebensfreude im Quartier finden.
Dazu wollen wir Barrieren ĂŒberwinden und alte Muster durchbrechen.Â
Ansatz
BrĂŒcken bauen und soziales Gewebe hĂ€keln
Menschen im Fokus
Wir sehen immer wieder Personen, die ein GespĂŒr, eine Begabung oder einen «SchlĂŒssel» gefunden haben, wie sie auf andere zugehen und BrĂŒcken zwischen Menschen bauen können. Bei anderen scheint es, als wĂŒrden sie am sozialen Gewebe im Quartier hĂ€keln. Oft wird der Wert dieser sozialen, prĂ€ventiven Arbeiten vergessen oder verkannt.
In diesem Projekt wollen wir nicht Organisationen, sondern diese BrĂŒckenbauer*innen und HĂ€kler*innen ins Zentrum stellen. Wir wollen mit ihnen lernen, sie untereinander vernetzen und in ihrer Rolle stĂ€rken.
Wir wollen die wichtigen Rollen sichtbar machen, wertschÀtzen und auch anderen ermöglichen, diese Rolle in sich zu erkennen, sie sich mutig anzueignen und in sie hineinzuwachsen.
Wie können die Rollen unterstĂŒtzt werden?
Kann ich etwas falsch machen? Könnte es zuviel werden? Wer weiss das? Wer kann weiterhelfen? Wie könnte die Vernetzung untereinander aussehen, auch ĂŒber Sprach- und Kulturgrenzen hinaus? Was braucht es, dass mehr Menschen, die in diese Rollen hineinwachsen wollen, dies auch tun können?
Diesen und weiteren Fragen wollen wir gemeinsam nachgehen.
Analog und digital
Im Projekt Portier Basel wurden wichtige digitale Grundlagen erarbeitet fĂŒr die Kommunikation von engagierten Personen im Quartiernetzwerk untereinander und die Bekanntmachung in den Quartieren.
Diese Grundlagen ermöglichen ein Projekt, das nicht an einen Ort gebunden ist. Die beteiligten BrĂŒckenbauer*innen und HĂ€kler*innen können je in ihrem Umfeld aktiv sein â unabhĂ€ngig vom Ort.
Auf diesen einfachen Grundlagen wollen wir aufbauen und ein harmonisches Zusammenspiel von analog und digital erarbeiten. Dabei wollen wir möglichst vermeiden, dass es zu «MedienbrĂŒchen» kommt. Vielmehr soll versucht werden, die Tools, die schon verwendet werden, einzubinden.
Fachorganisationen
Projektphasen
Vorgehen Vorprojekt
Definition
SchĂ€rfung des geografischen und inhaltlichen Rahmens und der Projektziele (Output, Outcome, Impact). Ăffnung fĂŒr weitere Partnerorganisationen. Lernen mit 5-10 BrĂŒckenbauer*innen (Quartierbewohnende und Profis). Prinzipien erarbeiten. Rahmen setzen fĂŒr Rekrutierung und Arbeit der BrĂŒckenbauer*innen. AntrĂ€ge fĂŒr Finanzierung.
Rekrutierung
Ausschreibung und aktives Aufsuchen der BrĂŒckenbauer*innen
Ausschreibung der Evaluation
Projektstart
